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Niederelbert besitzt die katholische Kirche "St. Josef ." Herr Dekan
Heinrich Linnighäuser hat die Betreuung der katholischen Kirchengemeinde
inne.


Schutzpatron Hl. Josef
Zur Zeit seiner Gründung lag Niederelbert im Einzugsbereich
der Pfarrei St. Peter in Ketten zu Montabaur, die zu den sogenannten Urpfarreien
im Westerwald gehört. Sie war eine Gründung des Schwabenherzogs
Hermann, des Schwiegervaters eines Sohnes Ottos d. Großen. Er baute
bei seiner Burg zu Humbach eine Kirche und schenkte diese um 940 dem Stift
St. Florin zu Koblenz. Die Pfarrei Montabaur umfasste bei ihrer Gründung
fast den ganzen südlichen Westerwald von Helferskirchen im Norden bis
an die Lahn. Sie gehörte zum Erzbistum Trier und unter dessen Oberhoheit
zum Archidiakonat St. Florin. Dieses Stift war in unserer Gegend sehr reich
begütert und tritt in den Urkunden immer wieder als Besitzer von Lehen
und Empfänger von Zehnten in Erscheinung. Mit zunehmender Bevölkerungszahl
gingen in den folgenden Jahrhunderten aus der Ur-Pfarrei mehrere Pfarreien
hervor.
Auch unsere Nachbardörfer waren schon relativ früh mit dem weiten
Kirchweg unzufrieden und bauten eigene Kapellen, um wenigstens ab und zu Gottesdienst
am Ort zu haben. So besaß Oberelbert schon 1476 nachweislich eine eigene
Kapelle, um 1586 war es sogar kurze Zeit selbständige Vikarie. Auch Welschneudorf
muss schon vor dem 30-jährigen Krieg eine Kapelle besessen haben. Die
Hollerer Kirche besitzt eine holzgeschnitzte Statue einer sitzenden Madonna
mit dem Jesuskind, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Gnadenbildern
von Westerburg und Kiedrich von Kennern dem 14. Jahrhundert zugeordnet wird.
Es dürfte also schon vor 1400 in Holler eine Kapelle gestanden haben.
Urkundlich erwähnt wird die Margarethenkapelle zu Holler erstmals jedoch
erst 1548.
Für Niederelbert ist von solchen Bestrebungen nichts bekannt,
anscheinend war man hier mit Montabaur als Kirchort zufrieden. Der Besitz
eigener Kapellen änderte ja auch für unsere beiden Nachbarorte zunächst
nichts daran, dass ihr sonntäglicher Kirchweg nach Montabaur führte,
dass sie dort zu Taufe und Hochzeit gingen und dass sie auch ihre Toten auf
dem Kirchhof rund um St. Peter in Montabaur beisetzten. Wenn wir heute über
die neue Anlage zwischen Kirche, Finanzamt und Gebück gehen, laufen wir
über Grabstätten auch früherer Niederelberter Bürger.
Um die Zeit des 30-jährigen Krieges hat dann Holler an Bedeutung gewonnen.
Die Hollerer Schulchronik berichtet: „Vor unangebbarer Zeit wurde für
die Orte Holler, Untershausen, Stahlhofen, Daubach und Niederelbert, die zur
Pfarrei Montabaur gehören, eine eigene Kirche und mit dieser zugleich
eine eigene Kirchspielschule gebaut."
Da beide Gebäude 1756 - 1760 wegen Baufälligkeit durch Neubauten
ersetzt werden mussten, liegt die Bauzeit sicher vor oder im 30-jährigen
Krieg. Auch Oberelbert und Welschneudorf gehörten zu diesem Kirchspiel,
jedoch nicht zum Einzugsbereich der Kirchspielschule. Das Kirchspiel besaß
die rechtliche Stellung einer Vikarie, d.h. es war finanziell selbständig,
musste aber weiter Beiträge an die Pfarrei leisten, und die Vikare standen
unter der Weisung des Pfarrers. Die Vikare wohnten in Montabaur und haben
von dort aus Holler und Oberelbert betreut. Die Zugehörigkeit zu Montabaur
fand sinnfälligen Ausdruck darin, dass Taufen nur in Montabaur gespendet
wurden. Obwohl die Niederelberter den Kirchen- und Schulbau von 1756/1760
noch mitfinanzieren mussten, machten sie sich 1754 aber schulisch durch Anstellung
eines eigenen Lehrers von Holler unabhängig.
Dass sich die Pfarrer von Montabaur auch weiter für die Vikarie Holler
verantwortlich fühlten, belegt die sogenannte Trebus'sche Stiftung. Pfarrer
Trebus stiftete 1737 für die Niederelberter Schule ein Kapital von 150
Gulden, dessen jährliche Zinsen von 7 GId. 30 Kreuzer dem Lehrer zuflössen,
der dafür arme Kinder vom Schulgeld befreien musste. Eine entsprechende
Stiftung errichtete er auch für Holler. Die Anhänglichkeit der Niederelberter
an Montabaur scheint groß gewesen zu sein. Noch 1856 weist Pfarrer Wolf
von Holler den Lehrer von Niederelbert ausdrücklich darauf hin, dass
Petri Kettenfeier, das Montabaurer Patrozinium, kein schulfreier Feiertag
sei, und Kirmes haben die Niederelberter bis 1909 mit Montabaur gefeiert,
d.h. bis sie selbst die neue Kirche hatten.
Im Jahre 1747 stellte die Gemeinde
Oberelbert beim Kurfürsten von Trier den Antrag, sowohl von Holler als
auch von Montabaur getrennt und zu einer eigenen Pfarrei erhoben zu werden.
Dagegen erhoben nicht nur die Vikarie Holler und die Pfarrei Montabaur, sondern
auch Welschneudorf als vorgesehene Filiale heftigen Widerspruch. Selbst das
Stift St. Florin in Koblenz erinnerte sich an seine alten Rechte und protestierte.
Der Streit zog sich hin bis 1770. Dann entschied Erzbischof Wenzeslaus zugunsten
von Oberelbert, das damit selbständige Pfarrei wurde. Vorher mussten
die Oberelberter sich noch finanziell am Bau der jetzigen Kirche in Holler
beteiligen. Erst als 1811 bei der Oberelberter Brandkatastrophe fast das ganze
Dorf mit der Kirche abgebrannt war, musste Holler von den 1200 Gulden Zuschuss
800 für den Wiederaufbau der Kirche in Oberelbert zurückzahlen.
Der Wiederaufbau erfolgte von 1830 bis 1835. Inzwischen war 1803 die Herrschaft
vom Kurfürsten von Trier auf den Herzog von Nassau übergegangen,
und in Limburg ein neues Bistum gegründet worden. Während die Oberelberter
mit dem neuen Kirchenbau begannen, bahnte sich für Holler ebenfalls eine
neue Entwicklung an. Dazu die Schulchronik Holler: „Das Herzogliche
Staatsministerium hat beschlossen, dass die Curat-Vikarie Holler einstweilen
von der Pfarrei Montabaur getrennt sei. Das Hochw. Domkapital in Limburg ist
beauftragt worden, einen Pfarrvikar nach Holler zu ernennen." Der neue
Vikar Petmecky nahm daraufhin 1831 Wohnsitz in Holler. Die Errichtung der
Pfarrei Holler zog sich aber noch hin bis zum Jahr 1847.
Der Bau der Kirche in Oberelbert scheint auch in Niederelbert den Wunsch nach
einem Gotteshaus geweckt zu haben. An der Spitze des Dorfes stand ab 1821
mit dem Schultheiß Johann Ferdinand ein Mann, der in den Napoleonischen
Kriegen in der Welt herumgekommen war und einiges gesehen und gelernt hatte.
Er baute zunächst die dringend notwendige neue Schule (heute Firma Tapetenparadies).
Dadurch wurde das alte Gemeindehaus, in dem bisher Schule, Gemeindezimmer
und Backhaus untergebracht waren, frei, das nun durch Um- und Anbau seine
heutige Gestalt erhielt.
75 Jahre Kirche Niederelbert
Aus der Pfarrchronik von 1985
Mit ihren 75 Jahren ist die Kirche St. Josef in Niederelbert eine der neueren
Kirchen im Westerwald, wenn auch der romanische Baustil auf den ersten Blick
ein größeres Alter vortäuscht. In der Zeit zwischen 1850 und
1920 wurden viele solcher neuromanischen oder neugotischen Gebäude errichtet,
so 1866 das Rathaus in Montabaur und 1884 die Kirche „Westerwälder
Dom" in Wirges. Der Unterschied dürfte jedem auffallen, der unsere
Kirche mit der „echten" romanischen Kirche zu Montabaur vergleicht.
Bevor wir uns der Baugeschichte unseres Gotteshauses zuwenden, wollen wir
einen Blick zurückwerfen in die kirchliche Vergangenheit Niederelberts
und seiner Nachbardörfer. Nach den bisher bekannten Urkunden besteht
Niederelbert spätestens seit dem Jahre 1387 als selbständiger Ort.
Frühere Urkunden sprechen nur von Elbert und es ist bisher nicht klar,
ob es sich bei der mit Elewarthin benannten Försterhube um einen Hof
auf dem Gebiet des heutigen Ober- oder Niederelbert handelt.

Der Bau der Kirche wurde 1910 fertig gestellt

Altar